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Mitgliederversammlung 24. September 2018 mit Dr. Eric Veulliet „Vom Wissen zum Tun“

Mitgliederversammlung 24. September 2018 mit Dr. Eric Veulliet „Vom Wissen zum Tun“ published on Keine Kommentare zu Mitgliederversammlung 24. September 2018 mit Dr. Eric Veulliet „Vom Wissen zum Tun“

24. September 2018, Grünen Hof Freising

Vor vollem Haus berichtete Vorsitzender Reinhard Kendlbacher über die Vernetzung der Ultrafeinstaubmessungen von inzwischen vier Kommunen. Beteiligt sind  Hallbergmoos, Wartenberg, Neufahrn sowie Freising. Somit sind jetzt vier Messgeräte vorhanden, die in den nächsten Monaten die UFP-Belastungen an neuralgischen Punkten (Schulen, Kindergärten, Sportanlagen usw.) bei allen Wetterlagen dokumentieren.

Die Gemeinden sahen sich zu diesem Schritt veranlasst, weil sich die Staatsregierung einem UFP-Monitoring entgegenstellt. Der erste Antrag (01. Februar 2018) von den Freien Wählern, den GRÜNEN und der SPD war die konsequente Folge der Anhörung am 16. November 2017, wo unmissverständlich die Notwendigkeit des UFP-Monitorings am Flughafen zum Ausdruck gebracht worden war. Dennoch hat die CSU die Messungen geschlossen abgelehnt. Nun, am 20. September 2018 wurde über einen 2. Antrag Gesundheit schützen – Belastung durch Ultrafeinstaub erforschen und minimieren, diesmal gestellt von der SPD und unterstützt von den Freien Wählern und den GRÜNEN, im Umweltausschuss entschieden und wieder hat die CSU geschlossen abgelehnt.

Die Ausreden, warum dem Antrag der Opposition nicht zugestimmt wurde, beruhen auf zwei laufenden Untersuchungen.

1. Ultrafeinstaub-Messungen in Städten (z.B. Augsburg). Hier soll der UFP-Eintrag von Hausbrand, Industrie und Straßenverkehr untersucht werden. Daraus ergibt sich jedoch keine Information über einen Flughafen.

2. UFOPLAN am Flughafen Frankfurt: In dieser Untersuchung werden keine Messungen, sondern ausschließlich Modellrechnungen durchgeführt. Man errechnet die Zahlen der Ultrafeinstaubpartikel aus alten PM10-Messungen! Das führt dann zu absurden Ergebnissen wie etwa, dass der Eintrag des Flughafens nach Raunheim 500 – 1000 UFP betrage, ein Wert, der der Reinluft auf der Zugspitze entspricht.

Gleichwohl hat das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG)  Messungen durchgeführt und kommt auf eine durchschnittliche UFP-Konzentration von ca. 17.000 p/ccm. Der Jahresdurchschnitt zeigt nicht die kurzzeitigen hohen Spitzenwerte, aber doch  eindeutig, dass der Flughafen die UFP-Quelle für die Belastungen der Region ist. Die Messungen wurden mit einem Gerät durchgeführt, das fast die gesamte Größenverteilung der UFP erfasst.

Jetzt aber verwendet das HLNUG ein anderes Messgerät, das zwar einzelne Größengruppen, aber nicht den unteren Bereich bis 10 nm registriert. Insgesamt wird fast die Hälfte der Partikel nicht erfasst und so die Belastung systematisch unterschätzt.

Diese Ergebnisse und Methoden sollen dann als Richtlinien für alle andern Flughäfen Deutschlands  gelten.

Hauptredner des Abends war Dr. Eric Veulliet, Präsident der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, der ein glühender Verfechter einer Energie- und Verkehrspolitik ohne fossile Rohstoffe ist. In einem eindrucksvollen Vortrag mit vielen Beispielen schilderte er die Erwärmung der Erde, eindeutig die Folge unserer Abhängigkeit vom Erdöl und des CO2-Anstiegs, eine Erkenntnis, die heute sicher ist, die aber schon vor 122 Jahren von Arrhenius vorausgesagt wurde. Die Schäden durch die Klimaextreme werden zunehmen, je höher die CO2-Konzentration, desto schlimmer. Deshalb muss die Politik, aber auch die Gesellschaft schnellstens umdenken und sich eine Lebensweise angewöhnen, die den CO2-Ausstoß minimiert. Das ist möglich ohne großen Verzicht, sofern man nicht dumm, stur oder blind ist.

Eine Kurzfassung des Vortrags Dr. Eric Veulliet „Klimawandel – Vom Wissen zum Tun“

In Sachen CO2 Erzeugung  ist seine Analyse menschlichen Handelns der Vergangenheit und auch Gegenwart deutlich: „Dumm – blind – stur“.
Gefordert ist Handeln ab sofort  „beständig und beträchtlich„. über Genarationen hinweg

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