Größenwahn im Erdinger Moos – Pressemitteilung

Größenwahn im Erdinger Moos: Bürgerverein Freising warnt vor „T-Stiel“-Ausbau und Überkapazitäten

Am 22. Juli veröffentlichten die Lufthansa AG und der Flughafen München ein gemeinsames Statement über den Ausbau des Terminal 2 mit einem sogenannten T-Stiel und der Aussage, dass für diesen Ausbau keine 3. Bahn benötigt werde. Dieses Statement stößt beim Bürgerverein Freising auf scharfe Kritik. Hinter dem angeblichen Verzicht auf die 3. Startbahn verbirgt sich eine Expansionsstrategie, die nicht nur am tatsächlichen Bedarf vorbeigeht, sondern offensichtlich die Hintertür für eine 3. Bahn zu einem späteren Zeitpunkt öffnen soll.
Mit einer Abwicklungskapazität nach der geplanten Inbetriebnahme des T-Stiel in 2035 von dann weit mehr als 64 Millionen Passagieren sprengt diese Kapazität alle bisherigen Prognosen. Auch die letzte und sehr hoch gegriffene Intraplanprognose aus dem Jahr 2025 für das Jahr 2033 mit erwarteten 53,6 Mio. Passagiere taugt für einen Bedarfsnachweis nicht. Deshalb wird jetzt versucht mit weltweiten Entwicklungszahlen den Ausbau zu begründen – und das Ganze bei in München gegenüber Vorjahr sinkenden Passagierzahlen (- 4,2%).
Mit der Planung und dem Bau von Infrastruktur für Passagierströme die es so nie geben wird dokumentieren Lufthansa und FMG erneut ihren realitätsfernen Größenwahn. Weder der T-Stiel noch die 3. Bahn sind erforderlich, um in München den Mobilitätsbedarf der nächsten 30 Jahre zu decken.
Bisher wurde eine Investitionsruine 3. Bahn durch den Münchner Bürgerentscheid verhindert. Jetzt sieht es danach aus, als ob man die FMG beim Thema T-Stiel einmal mehr vor sich selbst schützen muss. Die Investition in ein Terminal ohne Bedarf erhöht die Abhängigkeiten – nicht nur vom Mitinvestor Lufthansa. Letztlich fehlt dann auch Geld für dringend erforderliche Maßnahmen zur Absicherung zukunftsweisender und nachhaltiger Mobilität. Sollte die FMG Projekte suchen, um das jetzt nicht mehr benötigte Geld für eine 3. Bahn sinnvoll einzusetzen, so gäbe es genügend Betätigungsfelder im Interesse der Allgemeinheit und auch der FMG: Vertanken von schwefelarmem Kerosin, der Einsatz von TaxiBots, die Anpassung der Nachtflugregelung, der Schutz der Mitarbeiter vor Triebwerksabgasen, etc.
Wie verlässlich die Aussagen der FMG letztlich sind, das haben die Vorgänge rund um das ewige Baurecht mehr als offengelegt. Mit Blick auf die Vergangenheit ist die Politik gefordert jetzt die richtigen Schlüsse zu ziehen. Und das kann nur heißen: Kein Bedarf – kein Bau!
Auch müssen die Interessen der Anwohner und der Umweltschutz Vorrang vor den Gigantismus-Plänen der Luftfahrtindustrie haben. Der Bürgerverein fordert deshalb den sofortigen Stopp der Ausbaupläne für den T-Stiel sowie die Streichung der 3. Bahn aus dem Landesentwicklungsprogramm (LEP).

PRESSEMITTEILUNG vom 23. Juli 2026