^Kommentar: Kein klimaneutrales Fliegen

Endlich gibt es einmal ein klares Gerichtsurteil gegen die Werbelügen der Airlines, die ihren CO2-Ausstoß mit Geld für „hochwertige Klimaschutzprojekte“ kompensieren wollen. Eine Kompensation der CO2-Emissionen ist grundsätzlich nicht möglich, denn das CO2, das die Flugzeuge produzieren, ist nun einmal in der Atmosphäre und verbleibt da die nächsten 100 Jahre. Da kann man noch so viel Geld (Klimaabgabe) von den treuen Kunden verlangen oder Werbebroschüren drucken, der Klimakiller CO2 wird dadurch nicht weniger. In Deutschland werden jedes Jahr 9 Mio. Tonnen Kerosin vertankt und das sind 28 Mio. Tonnen CO2. Mit dem Werbetrick wollen die Airlines nur das Gewissen ihrer Passagiere beruhigen und wecken so indirekt deren Bereitschaft, noch häufiger zu fliegen, nach dem Motto, „ich darf ja, denn ich hab` meinen Klimabeitrag geleistet“. Ähnlich trickreich wirbt der Flughafen München mit Net Zero bis 2035. Der CO2-Ausstoß durch Energieversorgung, von Gebäuden und Fuhrpark soll um 90% gesenkt werden und 10% durch CDR, DACCS, also Techniken, die jetzt noch im Versuchsstadium sind und, wenn überhaupt, erst in etlichen Jahren wirksam werden. Auch durch Wiedervernässung von Mooren will die FMG ihr Net Zero erreichen, was ziemlich schizophren klingt, da sie ja mit der 3. Startbahn eine intakte Mooslandschaft von der Größe des Tegernsees zerstören möchte. Im Übrigen blendet die Net Zero-Werbung aus, dass es hier um bescheidene 10.000 Tonnen CO2 geht, also nicht einmal ein halbes Prozent der Emissionen des Flugbetriebs vom Flughafen München mit insgesamt ca. 5 Mio. Tonnen CO2. Mit diesen Mengen will der Flughafen nichts zu tun haben. Ein Flughafen ohne Flugzeuge, die CO2 und Schadstoffe emittieren, ist aber nicht möglich. – Die FMG hofft immer noch, die Öffentlichkeit mit schönen Werbesprüchen bezirzen zu können.

Oswald Rottmann

Freising