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Lärm

Thema: „Lärm macht krank“

Vortrag Prof. Dr. Thomas Münzel (Zentrum für Kardiologie, Universitätsmedizin Mainz) vom 15. Mai 2017 in Freising m Rahmen der Festwoche „12 Jahre Widerstand“
Zusammenfassung (BV Freising)

  1. Lärmbelästigung in Deutschland:
    Straßen- und Flugverkehr belästigt mehr als Schienenverkehr und Industrie.
    Transportlärm: Fluglärm nervt am meisten.
  2. Lärmspitzen sind viel schädlicher als die Mittelung der Schallereignisse.
    40-55 dB(A) –> Gesundheitsbeeinträchtigung messbar.
    Über 55 dB(A) –> zunehmende Gefährdung der Bevölkerung.
    Subjektiv starke Störungen; erhöhtes Risiko für Herz-Kreislaufkrankheiten.
  3. Schutz der Nachtruhe: mindestens 8h erforderlich (22-6 Uhr).
  4. Wiss. Belege für Zusammenhänge zwischen Fluglärm, Depression und Angststörungen.
  5. Lärm ist für Herzkreislauferkrankungen verantwortlich (z.B. HYENA-Studie):
    • Bluthochdruck
    • Koronare Herzerkrankung
    •  Schlaganfall
    • Herzschwäche
  6. Effekt von Lärm auf die Gefäßfunktion:
    • Mehr Stresshormone, hoher Blutdruck.
    • Endotheldysfunktion (Funktionsstörung von Zellen der innersten Wandschicht von Lymph- und Blutgefäßen).
    • Radikalbildung erhöht bei Fluglärm (auch bei Diabetes, Bluthochdruck, hohem Cholesterin).
    • Stickstoffdioxyd gilt auch als Problem (zunehmende kardiovaskuläre Mortalität; Beispiel Peking).
  7. Hinweise auf spezielle Studien, z.B.:
    • Epidemiologische Beobachtungsstudie in der Schweiz an 4,6 Mio. Bürger/innen:
      Nachweis einer Assoziation zwischen Lärmexposition und erhöhter Sterblichkeit durch Herzinfarkte (Huss A. et al., Epidemiology, 2010; 21: 829-836).
    • Statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen Fluglärm und dem Risiko für Krankenhausaufnahmen aufgrund von Herzkreislauferkrankungen bei Älteren über 65 Jahre, die in der Nähe von Flughäfen wohnen (z.B.: Floud et al. Environmental Health 2013, 12:89 http://www.ehjournal.net/content/12/1/89).
  8. Schlussfolgerungen:
    • Fluglärm macht krank (u.a. ein neuer kardiovaskulärer Risikofaktor).
    • Bei Bau oder der Erweiterung von Flughäfen müssen Auswirkungen durch
      Fluglärm auf die Gesundheit der betroffenen Bevölkerung berücksichtigt werden:
      Stansfeld, S.: Airport noise and cardiovascular disease. BMJ, Universitätsmedizin Mainz (2013): „The results imply that the siting of airports and consequent exposure to aircraft noise may have direct effects on the health of the surrounding population. Planners need to take this into account when expanding airports in heavily polulated areas or planning airports”.
    • Reduktion von Fluglärm (Lärmobergrenzen, Lärmpausen inkl. Nachtruhe, größere Flughöhen, steileres Landen).
    • Viele Anzeichen sprechen für eine Potenzierung von Lärm- und Schadstoff- einwirkungen.
      Generell: Es braucht ein Fluglärmgesetz, das die Anwohner schützt und nicht die Betreiber der Airports.

Weitere Informationen:


Thema: Schutzgut Mensch versus Lärmemission Flughafen

Auch andernorts macht man sich Gedanken über Lärm und Luftschadstoffe. Die gesundheitlichen Risiken wurden generell und für diesen Fall von Medizinern wissenschaftlich untersucht und bewertet. Der Verursacher ist hier wieder der Flugverkehr.

„(…)Lärm beeinträchtigt die Gesundheit. Er aktiviert das vegetative Nervensystem und das hormonelle System. Der Körper schüttet vermehrt Stresshormone aus, die ihrerseits in Stoffwechselvorgänge des Körpers eingreifen. Die Folgen einer chronischen Lärmbelastung sind Belästigung, Schlafstörungen, eine Steigerung des Blutdrucks, langfristig die Entwicklung von kardiovaskulären Erkrankungen, Depressionen und Angststörungen, und eine eingeschränkte kognitive Leistungsfähigkeit bei Kindern. Erste Wirkungen von Lärm auf den Menschen treten bereits ab einem Level von 32 dB(A) auf. Die Welt Gesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt für die Nacht einen Zielwert von unterhalb 40 dB(A), tagsüber werden Belastungen unterhalb von 50 dB(A) und abends unterhalb von 45 dB(A) empfohlen. Bisherige Studien zeigen lineare Expositions-Wirkungsbeziehungen oberhalb der jeweiligen krankheitsbezogenen Schwellenwerte, das heißt, dass oberhalb des Schwellenwertes eine Erhöhung um einen bestimmten absoluten Betrag die gleichen gesundheitlichen Auswirkungen hat, unabhängig davon wie hoch die Grundbelastung ist. (…)“

aus: Stellungnahme zu gesundheitlichen Auswirkungen der geplanten Erweiterung der Flugbewegungen am Flughafen Düsseldorf, Oktober 2016
Das beauftragte Institut Arbeitsmedizin – Sozialmedizin – Umweltmedizin des Universitätsklinikum Düsseldorf betrachtet in dieser Arbeit neben den Lärmemissionen auch die Luftschadstoffe und kommen zu dem Schluss, dass die Kriterien der Umweltverträglichkeitsprüfung unzureiche
nd und überholt sind. Zeit die rechtlichen Rahmenbedingungen endlich anzupassen!


Thema: Erneuerung Lärmschutzfenster

(Zusammenfassende Stellungnahme vom 06. März 2017, Mitgliederversammlung #2)

„(…)Der Flughafen München feiert in diesem Jahr sein 25 jähr. Bestehen! große Feier ist angekündigt! Sicher wird viel Prominenz da sein. Man wird sich gegenseitig beglückwünschen, loben und freuen über den so erfolgreichen 5 Sterne Flughafen.
Aber es gibt auch viele Verlierer!
Seit 25 Jahren leiden die Bürger in Pulling, Achering, Attaching oder Berglern unter besonders massiven Fluglärmbelastungen!
Fakt ist: Fluglärm stresst und geht aufs Herz! Ab 45 dB(a) ist Lärm bereits gesundheitsschädlich. Nun nach 25 Jahren ist nicht nur das Terminal 1 des Flughafens sanierungsbedürftig ,sondern auch an den Lärmschutzfenstern nagte der Zahn der Zeit! Sie müssten erneuert werden. Wie die Situation in Pulling aussieht , zeigt eine Grafik, die die Lärmbelastung am 27.2.2016 – (500 Überflüge) – darstellt. Die Einzelschallereignisse sprechen für sich! Sowohl bei Tag als auch bei Nacht werden die lt. Lärmschutzgesetz festgelegten Grenzen (65 dB(a) bei Tag und 55 dB(a) bei Nacht ) häufig überschritten!
Leider orientiert sich die Würdigung der Belastungen nur nach durchschnittlichen Dauerschallbelastungen. Die Grafik zeigt sehr anschaulich, die Lärmbelastungen sind , wenn überahaupt, nur mit Schallschutzfenstern ertäglich. Nun sind die Fenster aber undicht geworden. Gibt es Abhilfe?
Was sagt das Lärmschutzgesetz?
Es legt nur Grenzen fest, ab denen Übernahmeverpflichtungen eingegangen oder das Recht auf Schallschutzfenster gewährt werden.Die Grenzen zeigt die Grafik. Die einzige Zielrichtung des Fluglärmschutzgesetzes Ist: Bebauung einschränken bzw. verhindern! Aktive Lärmschutzmaßnahmen wie ev. Nachtschutz oder Reduzierung der Flugbewegungen ab einem bestimmten Belastungslevel fehlen!
Problem:
Herr Widhopf aus Pullimg benötigt nun aber neue Lärmschutzfenster. Über das Landratsamt Freising, der Rgierung von Oberbayern landete sein Antrag bei der FMG! Die Antwort lautet in wortreiche Formulierung eingebettet: Es gibt keine Anspruch auf Erstattung der Kosten,natürlich auch keine Bereitschaft für eine Kulanzregelung !Die Übernahme der Finanzierung von Lärmschutzfenstern ist ein einmalige Aktion.
Die FMG, ein guter Nachbar? Die beiden eben gezeigten Folien sprechen für sich!
So ist festzuhalten: Die FMG tritt zwar in der gesamten Flughafenregion als fleißiger Sponsor auf , für die notwendige Erneuerung von Lärmschutzfenstern fehlt jedoch jegliche Bereitschaft.(…)“


Thema: Flughafenausbau & Lärmentwicklung

Die Folgen für Freising selbst kann man schon aufgrund der aus der Planung hervorgegangenen Lärmkarte ersehen:


Achtung: da die Flugrouten ja noch nicht bekannt gegeben sind, handelt es sich bei dieser Karte lediglich um eine Annahme. Wesentlich realistischer und für Freising weitaus einschneidender werden wohl die tatsächlichen Verhältnisse werden. Aufgrund der Bahnlage müssen die Flugzeuge im Parallelbetrieb in einem mindestens 15° Winkel nach Norden abdrehen.
Es ist daher durchaus plausibel, das die Flugzeuge schon vor dem Ende der Bahn abheben und dann auch beispielsweise zwischen Freising und Marzling aufsteigen.
Dies kann man gut an der im Rahmen der S.T.E.P.-Planungen erstellten neuen Lärmkarte sehen, die diesen Fakt berücksichtigt:

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