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Von wegen „Gute Luft“!

Von wegen „Gute Luft“! published on Keine Kommentare zu Von wegen „Gute Luft“!

Pressemitteilung des BV Freising im Oktober 2018 zu

Die FMG hat am 26. September die Ergebnisse ihrer mobilen Messstation in Schwaig der Öffentlichkeit vorgestellt. Wie zu erwarten lagen alle Werte von Feinstaub, Stickoxiden usw.  unterhalb den gesetzlich vorgegebenen Grenzwerten. Die Grenzwerte wurden „nicht ausgeschöpft“ wie man sich ausdrückte. Die Luft sei sauber.

Dazu folgende Richtigstellungen des BV Freising.

1. Es zeugt von einer sehr schrägen Verantwortung für saubere Luft, wenn sich die FMG zugutehält, den Grenzwert nicht ausgeschöpft zu haben. Zunächst ist ein Grenzwert ein politischer Kompromiss, das äußerste, was man aus medizinischer Sicht noch vertreten kann. In Deutschland liegt die Höchstgrenze für den Feinstaub PM2,5 bei 25 Mikrogramm pro Kubikmeter, in den USA und der Schweiz jedoch nicht einmal halb so hoch. Grenzwert heißt auch nicht, dass unterhalb dieses Wertes keine Gefahr besteht. Ganz besonders gilt das für krebserregende Stoffe, die ungefiltert z. B. aus Triebwerken kommen: Es gibt keine Schwelle, unterhalb der eine Feinstaubbelastung unbedenklich wäre (WHO, Health Effects).

2. Die FMG miss nur Feinstaub PM10 und PM2,5; sie misst ausdrücklich nicht den Ultrafeinstaub, weil dies gesetzlich nicht vorgeschrieben ist. Nun kommt allerdings aus einem modernen Triebwerk kein Feinstaub, sondern Ultrafeinstaub. Da die ultrafeinen Partikel sehr lange Zeit in der Luft schweben werden sie mit dem Wind kilometerweit ins Umland verfrachtet. Kommt der Wind vom Flughafen, atmen die Anwohner die Abgaswolke aus dem ungefilterten Abbrand der Triebwerke. Nicht nur, dass die FMG keine UFP misst: Sowohl die mobile in Schwaig wie auch die stationären Messstationen LHY4 und LHY7 stehen/standen an Orten die über das Jahr verteilt nur sehr sporadisch vom Abwind des Flughafens beaufschlagt werden. Eine repräsentative Messung der vom Flughafen erzeugten Emissionen ist so nicht möglich.

4. Hunderte von wissenschaftlichen Publikationen kommen zu dem Ergebnis, dass UFP sehr hohe gesundheitliche Risiken bergen. Die FMG und auch die politischen Verantwortlichen meinen aber, dies müsse alles erst noch untersucht werden. Wer aber kann allen Ernstes glauben, dass die Stoffe aus dem ungefilterte Abbrand von täglich mehr als 500.000 Liter Kerosin gesundheitlich unbedenklich sind?

5. Die bisherigen Schreiben des BV Freising an die verantwortlichen Politiker, denen diese Tatsachen ausführlich dargelegt wurden, blieben unbeantwortet, wurden weitergeleitet oder nichtssagend beantwortet. Weder der damalige Aufsichtsratsvorsitzende der FMG, Herr Söder, noch der jetzige, Herr Füracker, noch der für den Landkreis gewählte Staatsminister Florian Herrmann fanden es wert, auf dieses gesundheitsrelevante Problem zu reagieren. Lediglich das Umweltministerium verwies auf 2 laufende Untersuchungen zu Ultrafeinstaub, die man abwarten müsse. Eines davon hat mit dem Flugverkehr nichts zu tun, das andere (in Frankfurt) versucht mit zweifelhaften Modellierungen, die Ultrafeinstaubbelastung des Flughafens kleinzurechnen.

6. Gerade weil die politisch Verantwortlichen in Bayern mit der 3. Bahn auf den Ausbau des Flugverkehrs setzten, müsste die Aufklärung  der Ultrafeinstaub-Problematik oberste Priorität besitzen.  Betont die Staatsregierung doch bei jeder Gelegenheit der Vorreiter aller möglichen Dinge zu sein. Stattdessen hat die CSU-Mehrheit im Umweltausschuss zwei Mal Ultrafeinstaubmessungen am Flughafen abgelehnt.

Der BV Freising fordert von den politisch Verantwortlichen, dass endlich den irreführenden Greenwashing-Kampagnen der FMG Einhalt geboten wird und unverzüglich Maßnahmen zum Schutz und zur Aufklärung der Bevölkerung gestartet werden.

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